9/11 – Ein islamistischer Anschlag

Am 11. September 2001 erschütterten vier koordinierte Flugzeugentführungen mit anschließenden Selbstmordattentaten die Vereinigten Staaten von Amerika. Zwei der Flugzeuge wurden dabei in das World Trade Center in New York City gelenkt. Von den 2753 Menschen, die damals ums Leben kamen, wurden bisher nur 1642 offiziell identifiziert. Von den übrigen 1111 fehlen nach wie vor identifizierbare DNA-Informationen.

Die 19 Flugzeugentführer gehörten zu der islamistischen Terrororganisation al-Qaida, deren Anführer Osama bin Laden den Anschlag über Jahre minutiös mit einem weltweiten Netzwerk aus islamistischen Gefolgsleuten plante. Dabei war das Ziel ein Maximum an Zerstörung und ziviler Opfer, auf das sich die Welt bis ans Ende aller Tage an diesen hinterhältigen Massenmord erinnern sollte.

Bis heute versuchen Verschwörungstheoretiker*innen einen „Inside-Job“ herbeizureden, andere formulieren antisemitische Theorien. So ziemlich alle Optionen wurden bisher ausgetestet. Dass dieses Verbrechen, wie es alle seriösen Fakten darlegen, von islamischen Fundamentalisten geplant und ausgeführt wurde, scheint bis heute für viele nicht greifbar zu sein. Denn würde man sich diesen Fakt eingestehen, sollte im Normalfall eine islamkritische Debatte folgen. Ein Alptraum gerade für das linke Milieu in den USA, wo Islamistinnen wie Linda Sarsour zu politischen celebrities aufgestiegen sind.

Die theologischen Inhalte, auf die sich Gruppen wie al-Qaida oder der IS berufen, fallen nicht aus den Bäumen. Das soll nicht heißen, dass ihr fundamentalistisches Islamverständnis gleich „DER“ Islam ist.
Eine Leseart der kanonischen Quellen, Koran und Sunna, ohne historischen Kontext und anhand der Auslegungen von Fundamentalisten wie Sayyid Qutb oder Ibn Taimīya, ist und bleibt ein Islamverständnis unter vielen. Ein Verständnis, das genauso theologisch legitimiert werden kann, wie die Leserart liberaler Muslim*innen, die in den selben Quellen Barmherzigkeit und Frieden finden. Da es keine islamische Instanz gibt, die festlegt, was nun „der“ Islam ist, bieten die kanonischen Quellen sowohl für Frieden als auch Terror Anknüpfungspunkte.

Um die perfide Denkweise der dschihadistischen Islamisten von al-Qaida zu verstehen, sollte man deren Aussagen und theologische Quellen analysieren. Osama bin Laden berief sich bei dem Anschlag 2001 auf den Dschihad, den sogenannten heiligen, islamischen Krieg. Dieser wird von einer Vielzahl von anerkannten islamischen Gelehrten aber als reiner Verteidigungskampf verstanden. Für bin Laden hingegen war jeder militärische oder geheimdienstliche Eingriff der USA in islamischen Ländern bereits ein Angriff. Besonders die Stationierung von amerikanischen Truppen seit dem ersten Golfkrieg 1991 in Saudi Arabien, erzürnte bin Laden. Dass die „Ungläubigen“, noch dazu die Amerikaner*innen, die er in seinem antisemitischen Weltbild als „zionistische Marionetten“ verstand, mit Truppen in der Geburtsstätte des Propheten einmarschierten, war für ihn ein Tiefschlag mit unabsehbaren Folgen.

Nachdem der amerikanische Geheimdienst, CIA, bereits seit Jahren in Nahost agierte, war spätestens 1991 der Punkt erreicht, wo bin Laden die islamische Welt durch „den“ Westen angegriffen sah. Dass er nicht davor zurückschrecken sollte, bei einem terroristischen Gegenschlag auch maximal viele Zivilist*innen zu töten, konnte bin Laden sich dadurch rechtfertigen, dass er den Menschen in einer Demokratie einfach unterstellte, dass diese durch demokratische Wahlen militärische Operationen von Regierungen erst möglich gemacht hätten.

In diesem Wahn veröffentlichte bin Laden 1998 folgende Fatwa:

„Zur Pflicht eines jeden Muslims soll es werden, die Amerikaner und all ihre Verbündeten zu töten; ob Zivilisten oder Militärs. Jeder, der befähigt ist, aus jedem Land, in dem er befugt ist, soll die heiligen Stätten von Ungläubigen befreien und sie aller islamischer Länder verweisen. Die Ungläubigen müssen niedergezwungen werden, um die Bedrohung von uns Muslimen abzuwenden. […] Im Namen Allahs rufen wir jeden gottgläubigen und gottgefälligen Muslim dazu auf, dem Befehl Allahs zu folgen und die Amerikaner zu töten. Man nehme deren Vermögen, wo und wann immer es sich anbietet. […] Wer der Pflicht nicht nachkommt, den wird Allahs bittere Rache ereilen.“

Der größte ideologische und theologische Einfluss für bin Laden war der fundamentalistische Vordenker der Muslimbruderschaft und Hitlerverehrer, Sayyid Qutb. Qutbs Buch „Zeichen auf dem Weg“, gilt als entscheidender Einfluss des weltweiten Islamismus, wobei Qutb die Welt in „Gläubige“ und „Ungläubige“ einteilte. Da die Welt der Ungläubigen, die Dschāhilīya, die Gesellschaften der Muslim*innen bedrohe, müsse sich die islamische Welt in einen andauernden Dschihad begeben, der auf Grund der Gefahr auch offensiv geführt werden solle. Diese Gedankengänge beeinflussten bin Laden schon als junger Erwachsener.

Mehr Infos dazu: Bin Laden, Sayyid Qutb & Trotzki

Bis heute ist Sayyid Qutb in weiten Teilen der islamischen Welt als Märtyrer und Gelehrter hoch angesehen. Seine Theorien, die Terror und Massenmord auf Grundlage von Koran und Sunna legitimieren, werden kaum kritisch hinterfragt. Gerade dieser Zustand zeigt, wie wichtig eine kritische inner-islamische Debatte ist. Auf Grund von Denkverboten und einer verkrusteten Orthodoxie werden liberale und moderate Muslim*innen, die mit ihrem Islamverständnis einen komplett anderen, friedlichen Lebensentwurf praktizieren, sich wohl auf unbegrenzte Zeit noch rechtfertigen müssen.

Der 11. September 2001 hat der ganzen Welt das blutdürstige Gesicht des Islamismus gezeigt. Ein Islamverständnis, das Massenmord und Zerstörung für sich als „gottgewollt“ legitimiert.
Um die Hochburg des Westens in Schockstarre zu versetzen, brachten islamistische Attentäter erst sich und dann tausende Unschuldige um. Dabei hielten die Attentäter sich für „wahre Muslime“.
Der 11. September zeigte, dass man mit islamistischen Organisationen nicht verhandeln kann. Dennoch waren die Kriege der Amerikaner*innen als Reaktion auf die Anschläge, in der Nachbetrachtung eine Fehlentscheidung und haben den USA mehr geschadet als geholfen. Militärische Interventionen können nur halbwegs erfolgreich sein, wenn auf sie ein „Marshallplan“ folgt. Diesen hatte man nicht und öffnete so im Nahen Osten die Büchse der Pandora.

Meine Gedanken sind bei den Familien der tausenden Opfer vom 11. September 2001. Ein islamistischer Anschlag.

Mit solidarischen Grüßen
Schmalle


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